Organspende

Organspende - Betroffene & Aktionen

Jenny Rohm

Jenny Rohm

Das Thema Organspende begleitet die 30-jährige Jenny, die mit ihrem Hund in Regensburg lebt, seit ihrer Jugend.

„Ich selbst habe von Geburt an Mukoviszidose, das ist eine der häufigsten Stoffwechselerkrankungen in Deutschland. Mein Krankheitsverlauf war in der Kindheit relativ unproblematisch. Erst in der Jugend, so ca. mit 15 Jahren, häuften sich die Infekte und Lungenentzündungen. Die Ärzte meinten damals, wenn das so weiter geht, geben sie mir noch 2 Jahre und haben gemeint, ich solle mich doch mal mit einer Organspende auseinandersetzen. Dies habe ich dann auch zusammen mit meiner Mama gemacht und für mich war klar, würde ich weiter leben wollen, müsste ich diese in Betracht ziehen. Mein Gesundheitszustand stabilisierte sich jedoch über die nächsten Jahre sehr gut. So konnte ich meine Realschule beenden und 3 Jahre später auch meine Ausbildung zur Hörakustikerin. 2012 machten die Ärzte mich jedoch wieder darauf aufmerksam, dass die Reserven der Lunge nur noch sehr begrenzt seien und ich sollte überlegen, mich listen zu lassen. Die Voruntersuchungen wurden getätigt, zur Listung war ich jedoch noch nicht bereit. Ich fühlte mich noch zu fit. 2015 führte ein Unfall mit einem Pferd dazu, dass ich das erste Mal eine Beatmung brauchte und auch dauerhafte Unterstützung mit zusätzlichem Sauerstoff. Und da wurde mir klar, jetzt muss ich gelistet werden. Meine Listung dauerte wegen einiger Komplikationen ca. 10 Monate. Im Februar 2016 war es dann endlich soweit, ich stand auf der Liste. Jetzt hieß es so lange überleben bis der Anruf für das Organ kommt. 9 Wochen später, am 15.04 um 6:10 in der Früh, kam dann der erlösende Anruf, dass es eine Spenderlunge für mich gibt. Die OP und der Krankenhausaufenthalt sowie die Reha verliefen relativ komplikationslos. Und so war ich nach 89 Tagen wieder Zuhause. Dies ist nun schon fast 5 Jahre her. Mir geht es gut und ich bin jeden Tag dankbar für alles, was mir mit dieser neuen Lunge geschenkt wurde. Ich persönlich finde, dass Organspende ein sehr, sehr wichtiges Thema in unserer Gesellschaft ist - da dadurch Leben geschenkt werden kann. Und ein Mensch kann nach seinem Tod mehrere Leben retten. Das ist doch etwas Wunderbares. Und einfach sehr, sehr wichtig. Wer möchte schon einen geliebten Menschen gehen lassen, wenn es noch eine Möglichkeit gäbe, ihn zu retten. Und es kann einfach jeden betreffen.“

Frage: Wie geht es dir momentan und wie erlebst du die aktuelle Corona-Pandemie?

„Allgemein geht es mir im Moment sehr gut. Der Gesundheitszustand ist dauerhaft stabil. Und ich fühle mich gut fit. Lebe fast ohne Einschränkungen. Die Corona-Pandemie ist natürlich für einen Hochrisikopatienten sehr belastend und macht auch in einer gewissen Form Angst. Nach Ausbruch von Corona in Deutschland war ich letztes Jahr kaum in der Arbeit weil die Gefahr sich anzustecken sehr groß war und immer noch ist. Es ist schwierig, wenn man alleine lebt, dass die sowieso schon angeschlagene Psyche nicht noch mehr leidet und deine Gesundheit nicht auch noch beeinflusst wird. Jeder Mensch tut sich da bestimmt im Moment schwer. Ich denke jedoch, dass jemand wie ich noch einen Tick isolierter lebt. Es ist sehr schwer und anstrengend, sein Umfeld noch intensiver zu impfen, dass sie lieber absagen sollen, wenn es ihnen nicht gut geht. Und sie immer wieder an die banalsten Hygieneregeln zu erinnern weil sie sich einfach nichts denken. Möchte man sich mit jemand anderem treffen ist man darauf angewiesen, dass derjenige ehrlich ist und weiß die Situation richtig einzuschätzen. Umarmungen und körperliche Zuneigung in jeglicher Form - für mich seit über einem Jahr eigentlich ein Fremdwort. Aktuell würde ich mich sehr als Coronamüde bezeichnen. Und die Aussichten auf Besserung sind einfach gering. Ich wurde zwar schon einmal geimpft, jedoch ist die zweite Impfung mit AstraZeneca ja nicht mehr erlaubt. Selbst da ist die Ungewissheit groß wie es weiter geht. Und das sind Sorgen über Sorgen.“

Frage: Wie wurdest du auf den Organspendelauf aufmerksam? Was fasziniert dich daran?

„Ich wurde über Instagram auf den Organspendelauf aufmerksam. Ich finde es toll wenn Leute dadurch etwas Gutes tun können. Und auch dadurch etwas erreichen können. Und wenn sich deswegen auch nur 3 Leute mit dem Thema Organspende auseinandersetzen und einer sich einen Ausweis besorgt, ist jemandem wie mir dadurch sehr geholfen. Ich selbst bin und werde nie der große Läufer werden. Jedoch bewundere ich alle die das mit Leidenschaft machen.“

Danke für deinen Support liebe Jenny! Wir wünschen dir von Herzen alles Liebe und Gute und sagen Dankeschön, dass du deine Geschichte mit uns teilst.

Filme für´s Leben - ein Projekt, das Leben rettet

Cristian Grapatin

Wir möchten Euch heute ein ganz besonderes Projekt vorstellen:
Filme für´s Leben 2021" ist ein Projekt des Fördervereins der Herzchirurgischen Klinike der LMU München. Ziel der Aktion ist es, die Gesellschaft zu sensibilisieren und die „Spendenbereitschaft“ für Organe zu verbessern. Eine Serie von Kurzfilme sollen gedreht werden, die jeweils auf bestimmte Zielgruppen zugeschnitten sind. Stories, die das Leben schreibt, und als "lebensrettende Filme" fungieren.

Der erste Film ist bereits fertig - schaut ihn Euch über den unten angegebenen Link an! Und unterstützt gerne auch die Crowdfunding-Aktion, um die weitere Film-Produktion zu unterstützen! Übrigens, zu jedem von Euch gespendeten Euro gibt die Münchner Bank nochmal 10 Euro!

Filme für´s Leben 2021

Herzchirurgische Klinik und Poliklinik der LMU München

Christian Grapatin: Dialysepatient auf der Warteliste für zwei Spenderorgane

Cristian Grapatin

Cristian Grapatin steht seit 2017 auf der Warteliste Eurotransplant und hofft auf zwei neue Organe. Mit viel Engagement unterstützt er unseren Organspendelauf 2021 in den sozialen Medien und stand uns für ein paar Fragen zur Verfügung.

Frage: Warum ist Organspende ein so wichtiges Thema?

„Weil es Leben retten kann und jeden treffen kann. Ich habe Diabetes seit 1992, besitze einen Organspendeausweis seit 2016 und seit 2016 warte ich auf zwei Organe und bin Dialysepatient.“

Wie geht es dir momentan und wie erlebst du die aktuelle Corona-Pandemie?

„Mir geht es körperlich aktuell leider nicht sehr gut. Ich bin extrem müde und schlapp. Seit März 2020 habe ich nicht mehr gearbeitet und keinen meiner Freunde mehr gesehen, weil es zu gefährlich wäre.“

Wie wurdest du auf den Organspendelauf aufmerksam?

„Ich wurde durch Transdia Sport auf das Projekt aufmerksam und finde es toll und wichtig, dass es Projekte gibt, die auf das Thema Organspende hinweisen und was dafür machen. Vor allem mehr Prominente müssten sich engagieren.“

Lieber Cristian, wir danken dir für deine Unterstützung und deine offenen Worte. Wir wünschen dir nur das Beste und hoffen, dich beim Organspendelauf vielleicht virtuell begrüßen zu dürfen.

Marius Schaefer: Überleben dank erster Lebendlungenspende Deutschlands

Sarah Schott

Die gegenwärtige Pandemie-Situation ist für uns alle nicht einfach durchzustehen und ein einschneidendes Lebens-Ereignis, das es so noch nie gegeben hat. Doch wie durchlebt jemand wie Marius Schaefer die Pandemie, der als Lungentransplantierter zur Risikogruppe gehört? Wir durften dem beeindruckenden jungen Mann mit der ersten Lebendlungenspende in Deutschland und Europa ein paar Fragen stellen.

Frage: Wie geht es dir in der momentanen Situation?

„Mir geht es aktuell gesundheitlich sehr gut. Ich studiere und führe ein fast normales Leben. Die Corona-Pandemie ist schon ein erheblicher Einschnitt in mein Leben, aber ich denke, dass das für jeden von uns so ist. Nichtsdestotrotz, ist es für mich als Lungentransplantierter und Teil der Risikogruppe nicht so einfach. Es reicht nicht, wenn nur ich mich an die Regelungen halte und mich besonders schütze. Ich bin auf viele andere Menschen angewiesen, die sich an die Regelungen halten und so die Risikogruppe schützen. Natürlich sind die aktuellen Maßnahmen hart und einschneidend, jedoch definitiv verhältnismäßig.

Die sozialen Kontakte fehlen mir schon sehr und ich vermisse es, mit meinen Freunden tolle Dinge zu unternehmen oder mit ihnen feiern zu gehen. Dennoch bin ich zuversichtlich, dass wir es gemeinsam schaffen werden, die Pandemie erfolgreich hinter uns zu bringen und danach die Zeit besonders genießen werden.“

Frage: Was ist deine Organspendegeschichte?

„Aufgrund einer chronischen Stoffwechselerkrankung, Mukoviszidose, benötigte ich 2012 im Alter von 11 Jahren eine neue Lunge. Da sich jedoch aufgrund des gravierenden Mangels an Spenderorganen kein passendes Organ für mich fand und es mir immer schlechter ging, mussten die Ärzte in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) eine neue Methode wagen: die erste Lebendlungenspende in Deutschland und Europa. Seither befindet sich nun ein Lungenlappen meiner Mutter auf der rechten Seite in meinem Brustkorb und einer meines Vaters auf der linken Seite, unter meinem Herz, in mir.“

Frage: Was bedeutet der Organspendelauf für dich?

„Mir persönlich ist es enorm wichtig, dass das Thema Organspende viel Aufmerksamkeit erlangt und da denke ich, dass der Organspendelauf dafür eine wunderbare Aktion ist. Er gibt dem so wichtigen Thema die Bühne, die es verdient. Durch die Sozialen Medien bin ich auf den Lauf aufmerksam geworden und finde es großartig, dass sich so viele Menschen an der Aktion beteiligen und großes Engagement zeigen.“

Frage: Und wie trainierst du für den Lauf?

„Dadurch, dass ich aktuell nicht auf dem Tennisplatz aktiv sein kann, halte ich mich durch regelmäßiges Joggen und Mountainbiken fit. Diese Trainingseinheiten kommen mir natürlich auch bei dem Organspendelauf zugute.“

Lieber Marius, wir freuen uns, dass du beim Lauf am 16. April mit dabei bist und drücken dir die Daumen für ein erfolgreiches Training! Danke, dass du deine Geschichte mit uns geteilt hast.

Sarah Schott: "Mir wurde ein neues Leben geschenkt!"

Sarah Schott

Zentrales Anliegen des Corza Medical Organspendelaufs ist es, das Thema Organspende und Organtransplantation in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Warum das Thema so wichtig ist? Ohne ihren Organspender könnte Sarah diese Frage nicht beantworten:

„Vor ungefähr 1,5 Jahren rettete eine Lungentransplantation mein Leben. Ich war damals 23 Jahre alt und aufgrund meiner Mukoviszidose-Erkrankung ist mir wortwörtlich die Luft ausgegangen. Sauerstoff, Rollstuhl, Beatmungsgerät, Krankenhaus und Antibiotika-Infusionen bestimmten meinen Alltag. Meine einzige Hoffnung zu überleben: Eine Lungentransplantation. Im Sommer 2019 merkten wir langsam, dass uns die Zeit davon rennt. Trotz intensiver Therapie ging es mir stetig schlechter, die Medikamente haben fast gar nicht mehr geholfen und ich wurde täglich schwächer. Doch dann kam der Tag, an dem sich alles änderte: ‚Wir haben ein Organangebot für Sie.’ Mit diesem Anruf wurde ich abends geweckt, fuhr in die Klinik und kurz später ging es schon in den OP - ich wurde transplantiert. In dieser Nacht wurde mir ein neues Leben geschenkt: Nach der OP habe ich mich wahnsinnig schnell erholt, gerade mal 3,5 Wochen später durfte ich schon nach Hause und das Leben nochmal ganz neu entdecken. Treppen laufen, spazieren gehen, Lachen ohne Hustenanfälle! Es ist für mich das größte Wunder, welches ich je erleben durfte. Meine Lunge und ich sind bis heute ein super Team! Leider habe ich acht Monate nach der Transplantation eine Krebsdiagnose erhalten, gegen die ich aktuell noch kämpfe. Trotzdem geht es mir unfassbar gut. Meine Lunge funktioniert perfekt und gibt mir die notwendige Kraft, alle Therapien zu überstehen. Ich genieße die Zeit mit Familie und Freunden, genieße die kleinen Momente und ‚einfach mal Student’ sein. Ich bin in Gedanken ganz oft bei meinem Spender - voller Dankbarkeit, dass mir dieses Leben geschenkt wurde. Mir ist es enorm wichtig über Organspende aufzuklären, zu zeigen, welches Wunder diese eine Entscheidung bewirken kann. Danke zu sagen. Und anderen Wartepatienten Hoffnung zu schenken.“

Frage: Wie geht es dir in der aktuellen Situation?

„Die Corona-Pandemie stellt natürlich nochmal eine enorme Belastung für mich dar. Seit März 2020 lebe ich möglichst isoliert, treffe mich nur mit ganz wenigen Menschen und achte dabei penibel auf Mindestabstand, Hygiene und FFP2-Maske. Mir fehlt es einfach mal wieder einkaufen zu gehen oder sich unbesorgt mit Freunden auf einen Kaffee treffen zu können. Auch notwendige Arztbesuche und Therapien gestalten sich zu Corona-Zeiten deutlich schwieriger, da hier immer abgewägt werden muss zwischen Infektionsrisiko und Notwendigkeit/Dringlichkeit der Therapie. Es ist nicht immer einfach, den richtigen Weg zu finden, aber insgesamt habe ich mich doch irgendwie an die Situation gewöhnt und einen für mich guten Umgang damit gefunden.“

Frage: Und wie wurdest du auf das Corza Medical Event aufmerksam?

„Auf den Organspendelauf bin ich über Instagram gestoßen. Ich finde es einfach toll, durch Laufen auf Organspende aufmerksam zu machen! Seit meiner eigenen Transplantation trainiere ich mit dem Ziel, wieder Joggen zu können. Aufgrund einiger Rückschläge und einer Krebsdiagnose bin ich noch nicht ganz so weit, sondern walke viel. Mittlerweile kann ich aber sogar etwas Intervall-Training machen, sodass ich meinem Ziel zu Joggen immer näher komme! Ich finde das Gefühl, sich auf den eigenen zwei Beinen fortzubewegen ohne dass einem die Luft ausgeht, einfach unglaublich faszinierend. Solange ich es nicht übertreibe kann ich gehen, gehen und immer weiter gehen - ohne dass ich dabei zu sehr erschöpfe. Vor meiner Lungentransplantation habe ich zuletzt unter größter Anstrengung nur noch wenige Meter geschafft, selbst der Weg ins Bad war manchmal zu weit - doch jetzt kann ich endlich wieder!! Und mit dieser Freude am Laufen starte ich beim Organspendelauf und möchte dadurch auch ganz besonders meinem Spender Dankeschön sagen. Denn ohne Ihn/Sie würde ich heute nicht an der Startlinie stehen können!“

Liebe Sarah, wir danken dir von Herzen, dass du mit uns deine persönliche Geschichte geteilt hast und wünschen dir weiterhin viel Spaß und Erfolg beim Training. Wir freuen uns sehr, dass du beim Corza Medical Organspendelauf dabei bist und drücken dir natürlich ganz fest die Daumen!

Herzbube Daniel: Eine Kindheit im Krankenhaus

Marius Schäfer

Der dreijährige Daniel aus Augsburg leidet an einem unheilbaren Herzfehler. Seit nunmehr über 800 Tagen warten er und seine Familie auf ein Spenderorgan. Immer an seiner Seite ist Mama Diana, die uns an ihrer Familiengeschichte teilhaben lässt:

Frage: Warum ist Organspende ein so wichtiges Thema?

„Dezember 2017 wurde unser Daniel in Augsburg geboren. Zunächst entwickelte er sich prächtig, es gab keine Auffälligkeiten. Plötzlich fing er an zu husten. Es wurde täglich schlimmer. Die Ärzte sagten, es sei eine Bronchitis. Selbst im Krankenhaus wurde nichts anderes erkannt. Dann, im Oktober 2019, die Schockdiagnose in der Notaufnahme: ein unheilbarer Herzfehler, der eine Transplantation des Herzens zur Folge hat. Nach einer Not-OP hängt Daniel seit Januar 2019 an einem Herzunterstützungssystem in München Großhadern. Das sind nun über 800 Tage. Auch für meinen Mann und mich heißt dies, ein Leben in der Klinik bis eines Tages ein passendes Spenderorgan zur Verfügung steht. Ich versuche, über soziale Medien auf unser Schicksal und das Thema Organspende aufmerksam zu machen. Aus meiner Sicht ist das Thema zu bedeutend, um sich davor zu scheuen, öffentlich darüber zu sprechen oder zu diskutieren. Schließlich kann jeder von uns irgendwann betroffen sein.“


Frage: Wie geht es euch momentan und wie erlebt ihr die Corona-Zeit?

„Nach nun mehr als 800 Tagen im Krankenhaus wird es Tag für Tag schwerer. Unsere Kräfte lassen nach und die Reserven neigen sich dem Ende. Wie lange noch bis zum ersehnten Anruf? Daniel macht das alles wunderbar. Er hat sich trotz der schweren Umstände sehr gut entwickelt. Er ist ein fröhliches und zufriedenes Kind. Er kennt es nicht anders. Er gibt uns die Kraft weiter durchzuhalten.
Corona macht das alles noch schwerer. Unser Besuch ist stark eingegrenzt. Abends mal mit Freunden treffen, um mal etwas anderes als die Klinik zu sehen, gibt es nicht mehr. Unser Leben findet nun ausschließlich im Krankenhaus statt. Deutschland ist auf den Import von Spenderorganen der anderen Länder von Eurotransplant angewiesen. Die Intensivstationen der anderen Länder sind voll, und so kommen weniger Organe nach Deutschland. Abseits dieser Dinge ist für uns nichts anders. Wir haben auch 2019 schon so eingeschränkt gelebt wie die anderen Menschen 2020. Urlaub, Wandern, Kino, Freibad, Spielplatz - all das gibt es für uns seit Oktober 2018 schon nicht mehr.“

Frage: Wie seid ihr auf den Organspendelauf gestoßen?

„Ich bin 2019 selber mit einem großen „Herzbube Daniel“ Team gestartet. Dieser Tag wird für mich immer unvergesslich bleiben. Es hat sich so gut angefühlt, in den schweren Stunden, die wir durchmachen, so einen Zusammenhalt zu verspüren. Das hat mir wieder Mut und Kraft gegeben die lange Wartezeit auf ein Spenderherz weiter durchzuhalten.“

Marius Schäfer: erste Lebendlungenspende Deutschlands

Marius Schäfer

April 2012. Marius Schaefer ist elf Jahre alt und wartet auf eine Spenderlunge. Er ist an Mukoviszidose erkrankt. Der zähflüssige Schleim in seiner Lunge verklebt seine Atemwege und macht sie anfällig für Infektionen. Seit Monaten steht er auf der Warteliste von Eurotransplant. Aber ein Spenderorgan wurde noch nicht gefunden.

Sein Zustand verschlechtert sich immer weiter. Eine Infektion, gefolgt von einer Blutvergiftung schwächt ihn so sehr, dass er von der Warteliste genommen wird. Eine Herz-Lungen-Maschine reichert nun sein Blut mit Sauerstoff an. Ohne eine Transplantation kann er höchstens noch ein paar Tage überleben.

Schon seit längerer Zeit haben sich Marius‘ Eltern mit dem Thema Lebendlungenspende befasst. Länder wie die USA oder Japan wenden diese bereits an, die Erfahrungen sind gut. In Deutschland wäre es der erste Eingriff in dieser Art. Die Ärzte lehnen die Lebendspende zunächst ab – zu hoch wäre das Risiko für die Spender. Als ihnen jedoch die Zeit immer mehr davon läuft, entscheiden sich die Chirurgen an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) doch zu diesem Schritt.

Die Operation findet zeitgleich bei allen drei Personen statt. Der Vater spendet einen Lappen seines linken, die Mutter einen Lappen ihres rechten Lungenflügels. Dies ist möglich, weil sich die menschliche Lunge aus zwei Flügeln zusammensetzt, die wiederum aus zwei bzw. drei Lungenlappen bestehen. Aus den beiden Lungenlappen, die seine Eltern gespendet haben, wird so eine neue, funktionsfähige Lunge für Marius. Schon zwei Tage nach der Transplantation macht er damit seinen ersten selbstständigen Atemzug.

„Meinen Eltern und den Ärzten der MHH verdanke ich mein neues Leben“, sagt Marius heute. Er engagiert sich zusammen mit dem Verein Junge Helden e. V. für die Organspende. Und er wäre sehr gerne zum Organspendelauf nach Berlin gereist – natürlich gemeinsam mit seinen Eltern. Doch er ist sich sicher: „Auch beim virtuellen Lauf kann ich zeigen, wie wichtig Organspende ist."

Michael Rose: Ich bin jeden Tag dankbar

Michael Rose

Michael Rose ist 39 Jahre alt, liebt Sport und reist am liebsten zusammen mit seiner Frau im Camper nach Spanien ans Meer. Dies alles ist ihm jetzt wieder möglich – weil sein Vater ihm eine Niere gespendet hat.

Schon im Jugendalter wird bei ihm eine polyzystische Nierenerkrankung festgestellt. Auch seine Mutter leidet daran – sie verstirbt im Alter von 58 Jahren nach 15 Jahren Dialyse. Bei Michael spricht der Arzt 2017 zum ersten Mal das Thema Dialyse an, als sich seine Laborwerte immer weiter verschlechtern. Schon zu diesem Zeitpunkt bespricht er mit seiner Frau und auch mit seinem Vater die Möglichkeit einer Lebendspende.

Im Jahr 2018 wird sein körperlicher Zustand immer schlechter. Das Leben des Fachpflegers für Psychiatrie besteht nur noch aus Arbeit und Schlaf – zu mehr ist er nicht mehr fähig. Dennoch zögert er noch immer mit der Dialyse. „Wenn ich jetzt darüber nachdenke, habe ich zu lange gewartet“, sagt er rückblickend. Ende 2018 kann er nicht mehr länger warten: Dreimal pro Woche muss er von da an zur Dialyse, immer vier Stunden lang. Schnell geht es ihm wieder besser. Dennoch belasten ihn die Nebenwirkungen der Behandlung. Und da er neben der Dialyse weiterhin voll berufstätig ist, bleibt ihm kaum mehr Zeit für Familie und Hobbys.

Zu diesem Zeitpunkt wissen er und sein Vater jedoch schon: Der Vater kommt als Nierenspender in Frage. Anfang 2019 steht auch der Termin für die Operation fest: Am 19. März erhält Michael eine Spenderniere. Schon bald nach der Operation geht es seinem Vater wieder gut – und das bis heute. Michael sagt: „Ich bin ihm jeden Tag dankbar für dieses Geschenk.“ Er selbst kann nun wieder einem fast normalen Tagesablauf nachgehen. An die Organspende erinnern ihn die Medikamente, die er jeden Tag einnehmen muss, um eine Abstoßung zu vermeiden – für ihn jedoch nur eine geringe Einschränkung im Vergleich zu seinem Leben vor der Transplantation.

Weil ihm das Thema Organspende sehr wichtig ist, ist er beim Organspendelauf in Berlin dabei. Und er wünscht allen Patienten auf der Warteliste, dass auch sie bald ein Spenderorgan bekommen.

Chantal Bausch: Es kann jeden treffen

Chantal Bausch

Chantal Bausch ist zwölf Jahre alt, als sich ihr Leben von einem Tag auf den anderen ändert: Das sportliche Mädchen bekommt beim Treppensteigen keine Luft mehr. Ihre Mutter bringt sie noch am gleichen Tag zum Kardiologen. Und rettet damit ihr Leben. Denn Chantal ist an einer Herzmuskel-entzündung erkrankt, ihr Herz ist irreparabel geschädigt. Nach neun Monaten in der Klinik steht fest: Nur eine Transplantation kann ihr helfen.

Ein Kunstherz, das sie wie einen Einkaufstrolley mit sich führt, unterstützt ihr Herz beim Pumpen, während sie auf ein Spenderorgan wartet. Dennoch muss sie ständig befürchten, dass sie die Wartezeit nicht überlebt.

Dreieinhalb Monate dauert es, bis sie am 8. Juni 2005 endlich die Nachricht erhält, dass ein Spenderherz gefunden wurde. Jetzt muss es schnell gehen. Das Herz wird noch am gleichen Tag transplantiert.

Auch wenn in der darauf folgenden Zeit nicht immer alles glatt läuft – es geht vorwärts. Chantal kann wieder am Leben teilnehmen und vor allem: Sport treiben. Ihre Lieblingssportart ist Hockey: Aktuell steht sie bei der Bundesliga-Mannschaft des Bremer HC im Tor. Daneben spielt sie Tennis und Golf, geht Skifahren und segeln.

Seit 2013 gewinnt sie regelmäßig Medaillen bei Sportveranstaltungen für Transplantierte. Ihre bisherige Bilanz im Jahr 2018: vier Goldmedaillen bei den Winter World Transplant Games, zwei Medaillen bei den European Transplant and Dialysis Games sowie vier Medaillen bei den Deutschen Meisterschaften der Transplantierten und Dialysepatienten.

Chantal Bausch absolviert derzeit ein Masterstudium in Betriebswirtschaftslehre und sagt von sich selbst: „Ich habe mich entschieden, ganz bewusst glücklich zu leben.“ Und sie setzt sich als internationale Botschafterin für die Organspende ein. Denn sie möchte das Bewusstsein dafür wecken, wie schnell es passieren kann, dass man ein Spenderorgan benötigt. Und dass es jeden treffen kann. Ihr Wunsch: Dass die Menschen sich mit dem Thema Organspende auseinandersetzen und ihre Entscheidung auf einem Organspendeausweis festhalten.

Andreas Bachmaier: bewusster leben nach Herztransplantation

Andreas Bachmaier

Warum ausgerechnet ich? Diese Frage stellt sich Andreas Bachmaier im April 2010 häufiger. Die Diagnose, dass er ein neues Herz brauchen wird, trifft den erst 27-Jährigen aus heiterem Himmel.

Bei Andreas Bachmaier läuft es gerade richtig gut. Er ist frisch verliebt, hat die Traumdoktorandenstelle am Fraunhofer Institut in der Tasche und will demnächst einen Triathlon absolvieren. Doch es kommt anders. Am 24. April 2010 um 3 Uhr morgens bekommt er keine Luft mehr.

Die zunächst diagnostizierte Lungenentzündung entpuppt sich nach genaueren Untersuchungen schließlich als eine Herzmuskelentzündung. Das Herzunterstützungssystem verweigert Andreas: „Lieber sterbe ich, als mir so einen Dreck implantieren zu lassen!“ Er verdrängt den Gedanken an eine mögliche Transplantation. Mit einer Herz-Pumpleistung von gerade einmal noch 15 Prozent wird er nach drei Wochen aus dem Freiburger Krankenhaus entlassen.

Die Kur am Starnberger See endet vorzeitig. Bereits im Juni liegt er wieder auf der Intensivstation. Diesmal im Klinikum Großhadern. Um am Leben zu bleiben, stimmt Andreas nun einem Herzunterstützungssystem zu: Eine daumengroße Pumpe wird ihm in die linke Herzkammer implantiert. Doch es kommt zu Komplikationen und er muss noch einmal operiert werden.

Am 19. Januar 2011 dann die erlösende Nachricht. Ein Dreivierteiljahr nach seiner Diagnose erhält er in einer siebenstündigen OP sein neues Herz.

Seine Gedanken und Gefühle seit Beginn der Diagnose hält er in einem Tagebuch fest, welches er später veröffentlicht und dafür im Jahr 2012 mit dem Dr.-Georg-Schreiber-Medien-Preis ausgezeichnet wird. 2016 verteidigt er seine Dissertation im Bereich erneuerbare Energien, lebt heute in Augsburg und arbeitet als technischer Referent, um die Energiewende aktiv mitzugestalten.

Andreas lebt seit der Herztransplantation viel bewusster. Er fährt unglaublich gerne Snowboard, wandert und hat neuerdings auch das Langlaufskaten für sich entdeckt. „Das Leben ist kostbar. Das Wichtigste für mich ist immer wieder Rückbesinnung aufs Wesentliche im Leben: die Liebe, Freunde, Familie, das Miteinander, die Ruhe zu bewahren und Ruhe auszustrahlen, Interesse an sich selbst und den Mitmenschen zu zeigen“, sagt Andreas.

Sven Keuchler: Sport gehört zum Leben

Sven und Finian Keuchler

Im September 2019 kann Sven Keuchler ein Jubiläum feiern: 25 Jahre lebt er dann mit seiner Spenderniere. „Eine so lange Zeit, und das ohne größere Probleme – das ist nicht selbstverständlich“, sagt er. „Ich bin jeden Tag dankbar dafür.“

Es beginnt 1992 mit einer Nierenentzündung. Als die Medikamente nicht mehr wirken, beginnt für ihn die Dialyse. Und das Warten auf eine Spenderniere. Er hat Glück – und zwar in doppelter Hinsicht: Schon nach 18 Monaten kommt der ersehnte Anruf. Noch dazu ist die Spenderniere erst einmal gar nicht für ihn gedacht. „Vor mir wurden schon zwei Patienten angerufen, die aber nicht erreichbar waren“, berichtet er.  Er geht ans Telefon – und bekommt die Niere.

Schon bald nach der Transplantation spürt er, wie seine Kraft zurückkommt. Die neue Niere nimmt ihre Arbeit auf, das Wasser, das sich in seinem Körper angesammelt hat, wird ausgeschieden. Bereits nach drei Wochen darf er das Krankenhaus verlassen.

Den Sport entdeckt er 15 Jahre später wieder für sich. „Als Jugendlicher war ich schon erfolgreich bei Leichtathletik-Wettkämpfen. Daher habe ich mich vor zehn Jahren für das Laufen entschieden“, erinnert er sich.  2017 nimmt er an der Deutschen Meisterschaft teil – und gewinnt vier Medaillen über verschiedene Laufstrecken. „Obwohl mein Training nur aus Läufen im Park bestand“, lacht Sven Keuchler. Und denkt sich: Da kann noch mehr gehen. Heute trainiert er im Team SPORT-FREIgang des früheren Langstreckenläufers Stephan Freigang und tritt bei Wettkämpfen für TransDia e. V. an. „Damit werben wir auch immer ein Stück für die Organspende“, so Sven Keuchler. Das ist ihm besonders wichtig, solange die Zahl der Organspenden in Deutschland auf einem so niedrigen Niveau liegt.

Sein Programm für 2019? „Im April laufe ich beim Berliner Halbmarathon – meine bisher größte Laufveranstaltung“, sagt Sven Keuchler. Darauf bereitet er sich schon intensiv vor. Ende Mai folgen die Deutschen Meisterschaften. Und vorher noch geht es nach München zum Organspendelauf. Mit familiärer Unterstützung: Sein zehnjähriger Sohn Finian geht zusammen mit ihm an den Start. 

Gebhard Neu: über 30 Jahre mit Spenderniere

Gebhard Neu

Schon mehr als die Hälfte seines Lebens lebt Gebhard Neu mit seiner Spenderniere. „Mit 24 Jahren wurde ich transplantiert. Heute bin ich 57“, erzählt er. Es sind verschiedene Faktoren, die Einfluss darauf haben, dass ein Spenderorgan so viele Jahre seinen Dienst tut. Nur wenige davon hat ein Organempfänger selbst in der Hand. Einer davon ist Bewegung.

Dafür hat Gebhard Neu immer gesorgt. In seiner Jugend betreibt er Leichtathletik und Badminton, ist fünfmal pro Woche sportlich aktiv. Dann wird bei einer Routineuntersuchung eine chronische Nierenentzündung diagnostiziert. Seine Leistungsfähigkeit nimmt über die Jahre kontinuierlich ab, bis er im Alter von 23 Jahren zur Dialyse muss. „Das stellt das ganze Leben auf den Kopf“, erinnert er sich. Zu den Einschränkungen beim Essen und bei der Trinkmenge kommt die körperliche Schwäche. Denn auch wenn die Dialyse ihm erst einmal das Leben rettet, kann sie die Funktion der Nieren doch nicht vollständig ersetzen.

Nach dreizehn Monaten dann der Anruf: Eine Spenderniere ist gefunden. Diese beginnt auch direkt nach der Transplantation in der Uniklinik Freiburg zu arbeiten. Gebhard Neu merkt schnell, dass seine Energie zurückkehrt. Über einen Mitpatienten erfährt er von TransDia e. V., einem Sportverein für Transplantierte und Dialysepatienten. Und er wird aktiv: Schon im Jahr nach seiner Transplantation nimmt er erstmals an den Deutschen Meisterschaften teil. Bis heute ist er jedes Jahr dabei. Neben der Bewegung ist ihm die Begegnung mit anderen transplantierten Sportlern wichtig. „Man tauscht sich aus und bleibt immer auf den neuesten Stand“, betont er. Und noch etwas beeindruckt ihn: „Die Lebensfreude ist wie ein roter Faden. Wir haben durch die Organspende unser Leben zurückgewonnen.“

Daher freut er sich auch auf den Organspendelauf und auf das Wiedersehen mit befreundeten Sportlern. Davor steht aber noch ein anderer Termin: Am 15. März sind es auf den Tag genau 34 Jahre, dass er seine Spenderniere erhalten hat. Wie jedes Jahr zündet er an diesem Tag eine Kerze an für den Organspender und dessen Familie. Aus Dankbarkeit für sein neues Leben.

Reiner Heske: mit Spenderlunge beim Köln-Marathon

Reiner Heske
Bild: Achim Belo

Reiner Heske hat Mukoviszidose. Das wissen er und seine Eltern, seit er vier Jahre alt ist. Dennoch wächst er so normal auf, wie es die Krankheit zulässt. Auch die Zyste an der Bauchspeicheldrüse, die 2012 entfernt wird, ist eigentlich harmlos. Nach der Operation jedoch gibt es Komplikationen mit dem Gallengang und dem Darm. Weitere Operationen folgen – insgesamt sind es drei innerhalb von sechs Wochen. Danach scheint er sich zuerst gut zu erholen. Bis Ende 2012: Zwei Lungenentzündungen hintereinander schwächen die Lungenfunktion so sehr, dass er dauerhaft Sauerstoff benötigt. „Sobald ich den Schlauch nur kurz entfernt habe, wurden direkt die Finger blau“, erinnert er sich. Zu dem Zeitpunkt steht fest: Die Lunge wird sich nicht mehr erholen. Nur mit einer Spenderlunge kann er überleben.

Schon nach wenigen Wochen auf der Warteliste findet sich ein passendes Organ. Und drei Tage nach der Transplantation sitzt er bereits auf dem Ergometer. „Ich habe versucht, mich direkt zu bewegen. Die Lunge musste ja belüftet werden“, erklärt er. In der Reha beginnt er mit Walking. „Ich hatte einen riesigen Bewegungsdrang. Das waren anfangs vielleicht 100 oder 150 Meter – aber für mich ein totales Highlight“, sagt Reiner Heske. Bald werden die Strecken länger und der Schritt schneller. Ab Januar 2014 baut er einzelne Laufintervalle in seine Walking-Runden ein und steigert sich dann schnell so weit, dass er seine Runden durchlaufen kann. Und schon im April 2014 startet er zum ersten Mal bei einem Zehn-Kilometer-Lauf.

Aber er läuft nicht einfach nur. Sondern er möchte von Anfang an auch Aufmerksamkeit schaffen für Mukoviszidose und für Organspende. Und er möchte Menschen mit seiner Geschichte überzeugen.

Auf die zehn Kilometer folgen mehrere Halbmarathon-Läufe. Und so langsam entwickelt sich die Idee, einen Marathon zu laufen. Am 1. Oktober 2017 ist es soweit: Beim Köln-Marathon läuft Reiner Heske nach vier Stunden, elf Minuten und 23 Sekunden ins Ziel – wie bei jedem seiner Läufe im orangefarbenen Shirt mit der Aufschrift „Organspende rettet Leben“.

Henning Brockfeld: Jeder kann ein Held werden

Henning Brockfeld
Bild: Sonja Zahnberg

Es ist eine Routineuntersuchung: 2007 plant Henning Brockfeld, für seinen Arbeitgeber längere Zeit ins Ausland zu gehen. Vorher wird er auf Herz und Nieren geprüft. „Oder in meinem Fall: auf Herz und Leber“, sagt er. Denn bei der Untersuchung stellt sich heraus: Der damals 41-Jährige leidet an einer Primär Sklerosierenden Cholangitis (PSC). Eine Autoimmunerkrankung, bei der die Gallengänge entzündlich auf die eigene Galle reagieren und damit langfristig Vernarbungen, Gallenrückstau und schließlich Leberzirrhose verursachen. Im Schnitt ist die Leber zehn Jahre nach der Diagnose so geschädigt, dass eine Transplantation notwendig wird. Der Schreck sitzt tief. Dennoch wagt er zusammen mit seiner Familie den Schritt ins Ausland und führt ein normales Leben – soweit seine Krankheit dies zulässt.

Doch ab 2014 verschlechtert sich sein Gesundheitszustand, er muss häufiger ins Krankenhaus. Bis dann im Juli 2017 feststeht: Eine Organspende ist seine einzige Chance. Die erste Transplantation bleibt ohne Erfolg, die neue Leber arbeitet nicht. Es dauert fünf Tage, bis erneut ein Organ zur Verfügung steht. „Was einem vor dem Eingriff durch den Kopf geht, lässt sich nicht beschreiben“, erklärt Henning Brockfeld. Unglaublich erleichtert sei er gewesen, gleichzeitig aber habe er innerlich mit allem abgeschlossen. Beim zweiten Anlauf klappt alles: Die neue Leber funktioniert.

Nach 20 Tagen im Klinikbett muss er wieder lernen aufzustehen, erste Schritte zu gehen. Doch schon in der Reha-Klinik und vor allem später zu Hause fällt ihm die Bewegung immer leichter. Bis heute ist Sport ein wichtiger Teil seines Lebens: „Ich bin froh um jeden Kilometer, den ich laufen kann“, sagt er. Seit März 2018 ist er wieder berufstätig, reist viel und genießt sein neues Leben, das für ihn „ein wahnsinniges Geschenk“ ist. Er ist allen dankbar, die das ermöglicht haben: dem Spender, den Ärzten, dem Pflegepersonal.

Seine Botschaft? „Um ein Held zu werden, muss man nicht bei der Feuerwehr oder beim Rettungsdienst sein. Das geht viel einfacher: Mit einem Organspendeausweis kann jeder Leben retten.“

Sandra Zumpfe: Ich möchte Mut machen

Sandra Zumpfe

Herzfehler, Spenderherz, Nierenversagen, Dialyse, erneute Transplantation: Sandra Zumpfe hat schon vieles mitgemacht. Doch die 40-Jährige schreibt auf ihrem Blog 2herzen1körper: „Ich bin hier, weil ich Mut machen möchte!“

Sie ist acht Jahre alt, als bei ihr eine vererbbare Herzkrankheit festgestellt wird: Ihr Herzmuskel ist verdickt. Ab diesem Zeitpunkt muss sie täglich Medikamente einnehmen und darf keinen Sport mehr treiben. Ansonsten aber führt sie ein normales Leben und macht sich kaum Gedanken um ihre Gesundheit.

Erst Jahre später, mit 33, wird sie auch im Alltag immer kurzatmiger. Der Arzt diagnostiziert Herzrhythmusstörungen. Nach mehreren Klinikaufenthalten steht im Februar 2012 fest: Das Herz ist so stark geschädigt, dass Sandra Zumpfe eine Transplantation benötigt. Sie lässt sich auf die Warteliste setzen und erhält im März 2013 im Klinikum Großhadern ein Spenderherz.

Leider verläuft die Operation nicht ohne Komplikationen: Acht Wochen liegt sie danach im Koma. Erst nach der Verlegung in eine neurologische Klinik kommt sie wieder zu sich. Ab diesem Zeitpunkt geht es bergauf – wenn auch mit Rückschlägen. So sind etwa die Nieren durch die starken Medikamente und die lange Zeit an der Herz-Lungen-Maschine so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass sie dreimal pro Woche zur Dialyse muss. Das belastet den Körper zusätzlich: Sie hat Kopfschmerzen, ist häufig erschöpft und kann trotzdem nicht schlafen. Dazu kommt, dass der Shunt – die Verbindung zweier Blutgefäße, die für die Dialyse notwendig ist – immer wieder verstopft, was wiederholte Operationen notwendig macht. Schließlich entschließt sich ihr Mann dazu, ihr eine seiner Nieren zu spenden.

Im August 2017 wird die Niere transplantiert. Auch hier gibt es Probleme, denn ihr Körper stößt die neue Niere zunächst ab. Mittlerweile jedoch geht es ihr und auch ihrem Mann gut. Gemeinsam engagieren sie sich im Bundesverband der Organtransplantierten, weil sie dazu beitragen möchten, dass sich mehr Menschen mit dem Thema Organspende auseinandersetzen. Und auch beim Organspendelauf sind sie dabei – gemeinsam mit ihren Freunden als Team „2herzen1körper“.

Hermann Anwander: Spenderniere vom Bruder

Hermann Anwander

Im Frühjahr 2012 sagen die Ärzte Hermann Anwander voraus, dass er das kommende Weihnachtsfest wohl nicht mehr erleben wird. Zu diesem Zeitpunkt hat der damals 61-Jährige schon vieles hinter sich: Seit seinem 30. Lebensjahr leidet er an Zystennieren, später kommen Nierensteine hinzu. Er kann seinen Beruf als Polizeibeamter erst nur noch eingeschränkt, dann gar nicht mehr ausüben. Mit 58 Jahren wird er pensioniert. Und seit einem Jahr muss er viermal pro Woche zur Dialyse. Aber auch die zeigt immer weniger Wirkung. Er ist ständig müde, schläft bei jeder Gelegenheit ein. Zwischen den Dialyseterminen liegt er nur noch zu Hause im Bett. Seine einzige Chance wäre eine Transplantation. Doch es gibt nur wenig Hoffnung auf ein Spenderorgan.

Und dann eines Tages ein Anruf, der ihn sprachlos macht. Josef, sein ältester Bruder, teilt ihm mit: „Ich habe mit meiner Frau und meiner Familie gesprochen. Ich spende dir eine Niere.“ Schon kurze Zeit später steht fest: Die Niere seines Bruders eignet sich als Spenderorgan. Am 27. September 2012 erfolgt die Transplantation im Klinikum rechts der Isar in München. Schon während der Operation nimmt die neue Niere ihre Funktion auf. Vier Stunden später liegen die beiden Brüder wieder gemeinsam im Krankenzimmer, und Josef Anwander fällt sofort die gesunde Gesichtsfarbe seines Bruders auf. Ab jetzt geht es nur noch aufwärts: Die Nierenwerte bessern sich, und Hermann Anwander kehrt Schritt für Schritt ins Leben zurück.

Und heute, sechs Jahre nach der Transplantation? Hermann Anwander fühlt sich fit und genießt sein Leben. Er ist viel unterwegs, wandert, fährt Fahrrad, geht mit seinem Dackel in den Wald, um Pilze zu suchen. Sein Hobby ist die Kleintierzucht: Kaninchen, Hühner und Ziergeflügel. Und er kocht gerne für seine Frau – und für seine Enkelkinder, die er ohne die Transplantation gar nicht mehr erlebt hätte.

Auch seinem Bruder geht es gut. Hermann Anwander unternimmt vieles mit ihm zusammen und ist dankbar für seine Entscheidung, die ihm das Leben gerettet hat: „Josef hat mir mit seiner Spende ein aktives und lebenswertes Leben ermöglicht. Ich kann ihm gar nicht genug danken.“

Miriam Maertens: Auf den Körper hören

Buchcover Miriam Maertens: Verschieben wir es auf morgen

Eine Lungentransplantation? Für Miriam Maertens lange Zeit unvorstellbar. Zu endgültig wäre diese Entscheidung. Sie schiebt sie immer wieder weg – bis es nicht mehr anders geht.

Miriam Maertens hat Mukoviszidose. Eine angeborene Stoffwechselerkrankung, die unter anderem dazu führt, dass zäher Schleim die Atemwege verstopft. Als die Krankheit bei der damals Einjährigen diagnostiziert wird, schätzen die Ärzte ihre Lebenserwartung auf fünf Jahre. Doch die Eltern tun alles für die Gesundheit ihrer Tochter. In der Hoffnung, dass sie vielleicht doch länger lebt. Und Miriam selbst möchte nie „die Kranke“ sein. Sie mag das Mitleid und die Fragen nach ihrem Gesundheitszustand nicht. Das tägliche Abklopfen ist ihr vor den anderen Kindern unangenehm – deshalb verheimlicht sie es. Und lebt so normal wie möglich, anstatt den Rat der Ärzte zu befolgen und sich zu schonen. Heute weiß sie: Sie hat instinktiv genau das Richtige getan. Denn die Aktivität tut ihrer Lunge gut.

Als Miriam elf Jahre alt ist, liest ihre Mutter von einer neuartigen speziellen Mukoviszidose-Therapie, die zwei Ärzte am Dr. von Haunerschen Kinderspital entwickelt haben. Die Eltern fahren mit ihrer Tochter nach München. Und tatsächlich bessert sich durch die Behandlung bei Karsten Harms und Rosemarie Bertele ihr Zustand. Mit 16 Jahren beginnt sie eine Schauspielausbildung – trotz der schlechten Luft, die auf Theaterbühnen herrscht. Doch sie möchte es unbedingt. Und verschweigt auch hier ihre Krankheit: Sie inhaliert heimlich in der Garderobe – vor dem Auftritt und in den Pausen. Und: Sie bekommt ein Kind. Entgegen jedem ärztlichen Rat.

Irgendwann aber macht ihr Körper nicht mehr mit. Sie bekommt keine Luft mehr, ist ständig auf Sauerstoff angewiesen. Erst jetzt ist sie bereit, sich auf die Warteliste für ein Spenderorgan setzen zu lassen. Heute hat sie eine Spenderlunge, fühlt sich gesund und ist Mitglied des Ensembles am Schauspielhaus Zürich. Ihr Buch „Verschieben wir es auf morgen“ soll Mut machen. Miriam Maertens Botschaft: „Es ist wichtig, auf sich selbst, auf seinen Körper zu hören und die Signale wahrzunehmen.“

Elmar Sprink: Ironman mit Spenderherz

Elmar Sprink: Ironman mit Spenderherz. Foto: BRAUN media GmbH

Elmar Sprink ist Sportler. Rennrad, Marathon, Triathlon. Er lebt gesund, raucht nicht, lässt sich regelmäßig beim Arzt durchchecken.

Trotzdem spürt er im Frühjahr 2010, dass es mit seiner Leistungsfähigkeit bergab geht. Er schiebt es zuerst auf Stress bei der Arbeit. Bis er einen Herzstillstand erleidet. „Dass meine Frau zufällig zu Hause war, hat mir das Leben gerettet“, sagt Sprink. „Sie alarmierte unseren Nachbarn, einen Arzt, der mich reanimiert hat.“ In den nächsten Monaten hilft ihm ein Defibrillator, der seinem Herzen den Takt vorgibt und so einen erneuten Herzstillstand verhindert. Dennoch wird sein Herz immer schwächer. Warum das so ist, ist unklar. Aber klar ist: Das Herz zerstört sich langsam, aber sicher selbst. Die einzige Chance zu überleben: ein Spenderorgan. 

Anfang 2012 pumpt sein Herz nur noch mit neun Prozent der normalen Leistung. Jede Anstrengung wäre jetzt lebensbedrohlich. Eine künstliche Pumpe hält den Kreislauf aufrecht. Monatelang, während Elmar Sprink auf ein Spenderherz wartet und dabei immer schwächer und müder wird. Bis zum 9. Juni 2012. An diesem Tag erhält er am Herz- und Diabeteszentrum in Bad Oeynhausen ein neues Herz. Als er aus dem Krankenhaus entlassen wird, hat er 189 Tage auf dem Rücken liegend im Bett verbracht. Er lernt erst das Sitzen, dann das Gehen wieder. Nach vier Wochen geht er erstmals 400 Meter am Stück. Am 9. Juli 2013 – auf den Tag genau ein Jahr nach der Transplantation – absolviert er wieder einen Triathlon. Und im Oktober 2014 ist er der erste herztransplantierte Sportler, der beim Ironman auf Hawaii ins Ziel läuft.  Bis heute hat er an über 110 Ausdauerevents teilgenommen. Darunter unter anderem sechs Ironman-Wettkämpfe, 14 Ironman 70.3, das Cape Epic, die BIKE Transalp, der Transalpine Run, der ZUT Ultra oder der Ötztaler Radmarathon. 

„Ohne mein Spenderherz wäre ich bereits über sechs Jahre tot“, sagt Elmar Sprink. „Ich bin sehr dankbar und genieße jeden geschenkten Tag. Meiner Meinung nach sollte jeder eine Entscheidung zum Thema Organspende treffen. Ob dafür oder dagegen. Entscheidend ist die Entscheidung!“

Helmke Sears: Den Krebs überlebt

Helmke Sears hat überlebt - dank Spenderorgan.

Als Helmke Sears 1995 erfährt, dass eine Transplantation ihre einzige Rettung sein könnte, hat sie schon einiges hinter sich: Teile des Dickdarms und der Leber waren aufgrund einer Krebserkrankung bereits entfernt worden. Auch alternative Krebstherapien, über die sich der Verlauf einer Krebserkrankung möglicherweise hätte positiv beeinflussen lassen, hat sie kennengelernt.

Doch der Krebs schreitet aggressiv voran: Nur ein halbes Jahr nach dem ersten Rückfall erlebt Helmke Sears den zweiten. Mit mehreren Lebermetastasen kommt sie ins Klinikum Großhadern.

Mindestens zwölf Tochtergeschwülste, kaum gesundes Gewebe - inoperabel. Die einzige Therapiemöglichkeit, eine lokale Chemotherapie, kann aufgrund einer anatomischen Variante der Leberschlagader nicht durchgeführt werden.

Einzige Chance damals: Eine Lebertransplantation. In Sears' Fall ein radikaler Therapieansatz. Die Zeit drängt. Mit jedem zusätzlichen Tag des Wartens könnten sich die Tumorknoten vergrößern, steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Streuung in andere Organe. Doch Helmke Sears ist eine Kämpfernatur. Trotz Risiken entscheidet sie sich für den Eingriff. Sie möchte ihren beiden Kindern Jessica und Julian, damals sieben und fünf Jahre alt, noch möglichst lange eine Mutter sein.

Nach nur vier Wochen, am 28. Februar 1995 kurz vor Mitternacht, dann die erlösende Nachricht: Ein passendes Organ ist gefunden. Um 8:00 Uhr morgens erhält Helmke Sears unter Leitung von Prof. Dr. Karl-Walter Jauch und Dr. Matthias Anthuber eine neue Leber. Aber nicht nur das: Aufgrund der Tumorausbreitung müssen auch noch Teile der Bauchspeicheldrüse, des Magens, der gesamte Zwölffingerdarm und alle begleitenden Lymphknoten entfernt werden - ein ultraradikaler Eingriff über sieben Stunden, der am Ende gelingt.

Helmke Sears hat überlebt. Dank einer 46-jährigen Frau, die sich zu Lebzeiten für die Organspende ausgesprochen und die mit ihren Organen nicht nur Helmke Sears ein neues Leben geschenkt hat.

Organspendeausweis
Mit einem Organspendeausweis schaffen Sie Klarheit - für sich und Ihre Angehörigen.


Ein Organspendeausweis dient dazu, die eigene Entscheidung zum Thema Organspende festzuhalten. Möglich ist nicht nur die generelle Entscheidung für oder gegen eine Organspende, sondern auch die Eingrenzung einer Spende auf bestimmte Organe oder der Ausschluss einzelner Organe von einer Spende. Auch die Übertragung der Entscheidung auf eine andere Person ist möglich.

Mit der Unterschrift auf dem Ausweis ist die Entscheidung verbindlich; sie wird aber nirgends registriert. Das bedeutet: Die getroffene Entscheidung kann jederzeit geändert oder widerrufen werden, indem der entsprechende Ausweis vernichtet und durch einen neuen ersetzt wird.

Auch wenn ein Ausweis vorliegt, ist es ratsam, mit Personen im eigenen Umfeld über die eigene Entscheidung zu sprechen. Denn falls im Todesfall der Ausweis nicht auffindbar ist, müssen die Familienangehörigen anhand des mutmaßlichen Willens des Verstorbenen entscheiden. Je besser diese also über die eigene Einstellung informiert sind, desto sicherer können sie im Sinne des Verstorbenen einer Organspende zustimmen oder diese ablehnen.

Woher bekomme ich einen Organspendeausweis?

Den Organspendeausweis können Sie sich

- ausdrucken und von Hand ausfüllen

- mit Eingabemaske erstellen und ausdrucken

- als Plastikkarte im Scheckkartenformat bestellen

Hier gibt es den Organspendeausweis in 28 Sprachen, außerdem weitere Informationen und Flyer zum Ausdrucken.

Organspende - Fragen und Antworten


Welche Organe können gespendet werden?

Mögliche Spenderorgane sind Niere, Leber, Lunge, Herz, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm.

Neben den Organen können auch Gewebe wie zum Beispiel die Augenhornhaut, Blutgefäße, Herzklappen oder Knochen gespendet werden. Die Gewebespende ist zwar weniger bekannt als die Organspende, erfolgt aber häufiger. Sie verursacht tendenziell weniger Komplikationen. Außerdem können Gewebe – im Unterschied zu Organen, die innerhalb weniger Stunden vom Spender zum Empfänger gelangen müssen – auch über Wochen oder sogar über Jahre gelagert werden, bevor sie transplantiert werden. 

Wer kann eine Organspende erhalten?

Eine Organtransplantation ist ein schwerwiegender Eingriff und kommt daher insbesondere bei lebensgefährlichen Krankheiten in Betracht. Dazu zählen zum Beispiel bestimmte Herz- oder Lebererkrankungen. Auch Krankheiten, die die Lebensqualität erheblich einschränken, zählen zu den Voraussetzungen für deine Organtransplantation. Beispielsweise ein Nierenversagen, das zur Folge hat, dass der Erkrankte mehrmals pro Woche für Stunden zur Dialyse muss.

Wer kann Organe spenden?

Jeder kann nach seinem Tod Organspender sein. Im Vorfeld ist keine ärztliche Untersuchung notwendig. Lediglich bei bestimmten Infektionen oder Krebserkrankungen ist eine Organspende ausgeschlossen.

Welche Altersgrenzen gibt es für Organspenden?

Ein Widerspruch gegen eine Organentnahme ist bereits ab dem 14. Geburtstag möglich. Ab dem 16. Geburtstag können Jugendliche für sich selbst entscheiden, Organspender zu sein.

Auch ältere Menschen können Organe spenden, denn für eine Transplantation ist nicht in erster Linie das Alter der Person entscheidend, sondern ihre allgemeine Gesundheit und der Zustand der Organe. Organe älterer Menschen werden gezielt an ältere Empfänger weitervermittelt und können diesen noch einige Jahre lang ein beinahe normales Leben ermöglichen.

Weitere Informationen


Hier finden Sie weiterführende Informationen zum Thema Organspende:

Informationsseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) zur Organspende
Alles rund um Organspende, Organspendeausweis und aktuelle Infokampagnen.

Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO)
Die Deutsche Stiftung Organtransplantation koordiniert Organspenden in Deutschland und unterstützt Kliniken bei der Transplantation von Organen.

Eurotransplant
Die Stiftung Eurotransplant ist verantwortlich für die Zuteilung von Spenderorganen in Belgien, Deutschland, Kroatien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Ungarn und Slowenien. Die Zuteilung erfolgt ausschließlich nach medizinischen und ethischen Gesichtspunkten und in Zusammenarbeit mit Organspende-Organisationen, Transplantationszentren, Laboratorien und Krankenhäusern.

Junge Helden
Junge Helden ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein, der vom Engagement vieler ehrenamtlicher Helfer, prominenter Unterstützer sowie privater Spenden getragen wird. Ziel ist es, Jugendliche und junge Erwachsene über Organspende aufzuklären, sie zu motivieren eine Entscheidung zu treffen und diese Angehörigen und Freunden mitzuteilen.